Der Sport hat Potenzial, „aber auch Verantwortung“

Der Sport-Dachverband ASVÖ hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Sport auf dem Weg zur umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Zukunft zu unterstützen.

Der Sport hat in der Klimaschutz- Frage nicht nur großes Potenzial, sondern als „große zivilgesellschaftliche Kraft auch Verantwortung“. Dieser Überzeugung ist Christian Purrer. Der Steirer steht dem Allgemeinen Sportverband Österreichs bundes- und steiermarkweit als Präsident vor und übernimmt mit dem ASVÖ eine Vorreiterrolle in der Frage der Nachhaltigkeit. Mehr noch: Purrer scheint für dieses Thema zu brennen. „Wir haben uns mit Megatrends beschäftigt, einer von diesen war Nachhaltigkeit. Sie ist letztlich unerlässlich, damit ein Sportverein auch künftig attraktiv ist“, sagt Purrer.

Der ASVÖ ist einer von drei Sportdachverbänden Österreichs – und mit rund 5400 Mitgliedsvereinen der größte. Der Klimaschutz ist bei diesen wie auch bei der Bundessportorganisation Sport Austria angekommen. Auch im ASKÖ und in der Sportunion gibt es Arbeitsgruppen, die sich verstärkt dem Thema widmen und Vereine unterstützen, die in Klima fragen vorstellig werden wollen. In Seminaren für ASVÖ-Vereine ist das Thema tief verankert, in Workshops mit dem Umweltbundesamt wurde zudem ein Fahrplan erarbeitet, um den globalen Aktionsplan der Vereinten Nationen „Agenda 2030“ für nachhaltige Entwicklungen im Sport zu erreichen.

Mit Energie-Steiermark-Vorstandssprecher Purrer hat der ASVÖ bei diesem Thema „Heimvorteil“: Seine Motivation ist hörbar, als Schirmherr sieht er sich bei diesem Thema nicht zwingend, vielmehr „als Katalysator, weil ich aus der Branche komme. Wir versuchen, den Weg zu gehen, aber da sollten alle drei Dachverbände an einem Strang ziehen. “Meinungsverschiedenheiten sind hier fehl am Platz. Der Sport steht laut Purrer in der Klimafrage noch am Anfang – und genau deshalb ist die Chance, zu verändern, so groß.

Auf Vereinsebene ist die Nachhaltigkeit bislang „sicher stiefmütterlich behandelt worden. Der ehrenamtliche Funktionär kämpft mit Dingen wie Sportstätten und Trainings. Aber wenige setzen sich mit der Frage der Mobilität auseinander, oder fragen sich, wie groß der Fußabdruck ihrer Sportbekleidung ist“, sagt Purrer. Man müsse Bewusstsein schaffen, das könne mit Themen wie Fotovoltaik und Energiegemeinschaften gelingen: „Dabei geht es darum, mit PV-Anlagen auf Dächern Strom zu erzeugen und den Überschuss im Umfeld an Mitglieder zu verkaufen.“ Ja, der Sport trägt in der Klimafrage Verantwortung. Gleichzeitig werde der erhobene Zeigefinger nicht zum Umdenken führen. Purrer hat sich, wie er erzählt, „selbst zurücknehmen müssen. Zu sagen, was man muss und was man soll, das funktioniert nicht.“ Punkten könne man mit dem Zeigen von Leuchtturmprojekten: „Mit positiver Motivation eben.“

Quelle: Kleine Zeitung Steiermark, David Baumgartner, Graz am 17.7.2022, 

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